Skifahren mit Leidenschaft

Skifahren mit Leidenschaft

Mit viel Ambition verfolgt die junge Lecher Profi-Skiläuferin Magdalena
Egger ihre Ziele. Ihre sportlichen Erfolge sind schon jetzt äußerst beachtlich.

LECH: Manche Kindheitserfahrungen sind prägend und für den weiteren Lebenslauf maßgebend. Bei Magdalena Egger war es das Skifahren: „Mein Papa hat meinen Zwillingsbruder Christof und mich bereits mit drei Jahren auf Skier gestellt und uns mitgenommen. Grundsätzlich habe ich gleich gemerkt, wie wohl ich mich auf Skiern fühle.“ Im Familienkreis fiel auf, wie geschickt sie sich dabei anstellte. Papa Norbert Egger ist Skilehrer, er vermittelte seinen Kindern die ersten Techniken im Skifahren. „Wir wohnen in Lech, mit langen Wintern mit Schnee vor der Haustüre, dadurch hatten wir alle Möglichkeiten“, erinnert sich die gebürtige Lecherin.

Gemeinschaftsgefühl
Neben ersten Skikursen wurde das sportliche Geschwisterpaar bereits mit sieben Jahren Mitglied beim Skiclub Arlberg. „Für uns war das eine absolut lässige Erfahrung. Wir hatten am Vormittag gemeinsam Schule und waren dann am Nachmittag alle auf der Piste. Das war eine Gaudi!“, schwärmt die sympathische Spitzensportlerin. Als Mitglied des Skiclubs Arlberg habe sie weitere wichtige Erfahrungen gemacht: „Es ging nicht nur darum, hinunterzufahren und die Schnellste zu sein. Uns wurden ganz wichtige Werte wie etwa Pünktlichkeit beim Training und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl vermittelt. In allem stand jedoch der Spaß am Skifahren im Vordergrund. Wir waren sowohl auf der Piste als auch im freien Gelände unterwegs. Dort durften wir Schanzenhüpfen oder eine Buckelpiste herunterfahren. Die Trainingsstunden wurden sehr abwechslungsreich gestaltet, was ich nun auch im Rückblick als sehr spannend und bereichernd empfinde.“

Klare Entscheidung
Nachdem Magdalena Egger ein Jahr lang die Mittelschule in Lech besucht hat, stand für sie fest, in die Skimittelschule in Schruns zu wechseln: „Mich wundert noch heute, wie stark ich mich bereits in dem Alter dafür eingesetzt habe, mich dem Skifahren noch mehr widmen zu können. Mir hat es dort sehr gut gefallen, Heimweh hatte ich nie.“ Damals hatte die dynamische Sportlerin noch nicht das Ziel, Profisportlerin zu werden – sie wollte einfach viel Zeit mit Skifahren verbringen. „Wir hatten einen speziellen Stundenplan. Zwei Mal in der Woche war bereits am Vormittag Skifahren angesagt, Unterricht in der Schule fand am Nachmittag statt. Das Schulsystem war darauf angelegt, uns möglichst viele Freiheiten für das Skifahren zu gewähren.“ Aus diesem Grund entschied sie sich nach Abschluss der Mittelschule, das Skigymnasium in Stams zu besuchen: „Dort herrschte dasselbe System. Ein eindeutiger Vorteil bestand jedoch in der Zusammensetzung der Schüler. In Stams waren ausschließlich Sportler wie Skispringer, Snowboarder, Biathleten, Langläufer, Kombinierer und eben Skifahrer. Wir konnten viel voneinander lernen, indem wir beobachten konnten, wie auch für andere Sportarten trainiert wird. Dadurch haben wir einen anderen Zugang zu diesen Disziplinen gefunden.“ Im Vergleich zu anderen AHS-Schulen wird in Stams eine fünfjährige Schullaufbahn angeboten: „Durch die Verlängerung der Schulzeit hatten wir im Winter genügend Zeit für das Training.“ Vor eineinhalb Jahren hat die ambitionierte Skifahrerin maturiert.

Extrem konsequent
Seither ist sie als Profisportlerin beim Heeres-Leistungssportzentrum im Olympiazentrum in Dornbirn. „Nun bin ich Vollzeit-Skifahrerin“, meint sie lachend. Erste Erfolge stellten sich bei Magdalena Egger im Schüleralter ein, zuerst bei österreichischen Meisterschaften, dann auch international.
Es ist ein sehr eng getaktetes Programm mit vielen aufeinanderfolgenden Rennen, das Magdalena Egger absolviert. Doch sie ist mit Ambition und Durchhaltevermögen dabei: „Ohne meine Begeisterungsfähigkeit würde mir das nicht so gut gelingen. Bei Wettkämpfen bin ich ganz im Hier und Jetzt. Da zählt nichts anderes.“

weltcup
Die Teilnahme an ihrem ersten Weltcuprennen im Jänner 2020 in Flachau in Salzburg bildet ein unvergessliches Erlebnis: „Es war schon sehr aufregend zum ersten Mal im Weltcup zu fahren und gemeinsam mit meinen Vorbildern am Start zu stehen. Es war auch sehr ergreifend, vor über 30.000 Besuchern in den Zielraum einzufahren. Bei FIS und Europacuprennen sind bei Weitem nicht so viele Zuschauer und solch eine Stimmung.“ Die ersten Weltcup-Punkte folgten ein Jahr später als 19. beim Slalom Auftakt in Levi und heuer kam es bereits zu sieben Weltcup-Teilnahmen, nämlich in Levi (FIN), Killington (USA), Lienz (AUT) und Méribel (FRA). Außerdem gewann sie fünf Medaillen bei der Junioren WM in Panorama in British Columbia in Kanada (3Gold, 2Silber) und die österreichische Meisterschaft im SuperG. Magdalena Egger bezeichnet sich selbst als extrem konsequent. Insofern scheint es möglich, dass sie auch ihre nächsten Ziele, nämlich im Weltcup Fuß zu fassen und in weiterer Folge konstant an der Weltspitze mitzufahren, mit ihrem Ehrgeiz und Willenskraft erreichen wird.

Zur Person

Magdalena Egger
Geboren am 22. Jänner 2001
in Feldkirch
Wohnort: Lech
Schule/Beruf: Matura am Skigymna-sium Stams 2020, Heeressportlerin
Hobbys: Slaklinen, Snowboarden
Was treibt dich an: Leidenschaft und Perfektion treiben mich an – der Skisport fasziniert mich und ich liebe das Gefühl von geschnittenen Schwüngen, um von Tor zu Tor schneller zu werden. Die Geschwindigkeit, das Adrenalin, der Prozess und die Emotionen machen den Sport aus und begeistern mich.

Lebensmotto:

“work hard in silence and let success be your noise” – Erfolg ist das Ergebnis von konsequentem, gezielten Training, das hinter den Kulissen stattfindet. Während die Öffentlichkeit meist nur den Erfolg wahrnimmt, arbeite ich am liebsten in Ruhe täglich an meinen Zielen. Außerhalb großer Aufmerksamkeit kann ich geduldig und professionell trainieren und so die Basis für meine Entwicklung und schlussendlich dann auch den Erfolg legen.

Für Magdalena Egger bedeutet Skifahren Geschwindigkeit, Vielseitigkeit, Adrenalin, Prozess und Emotion.
Fotos: Lech Zürs Tourismus – Dietmar Hurnaus