Ein spektakuläres Naturereignis

Ein spektakuläres Naturereignis

Saharastaub verwandelte die Berglandschaft von Lech Zürs in eine unwirkliche Wüstenlandschaft. Einzig die präparierten Pisten bildeten weiße Streifen.

LECH: Wer in der letzten Woche auf den Pisten in Lech Zürs unterwegs war, hatte das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Ein Tief über Marokko und Algerien führte dazu, dass große Mengen an Saharasand in weite Teile von Europa gewirbelt wurden. Auch in Österreich wurden der Himmel und die Landschaft in ein rötlich-braunes Licht getaucht. Sehr spektakulär mutete dieses Naturereignis in den Skigebieten an. Der durch starke Winde transportierte Saharastaub legte sich über die Schneedecke in den Bergen und machte das Skifahren und Snowboarden zu einem unwirklichen Erlebnis. Dieses einzigartige Naturschauspiel bildete auch für Wintersportler in Lech Zürs ein außergewöhnliches Ereignis – „Sandskifahren“ – Saharastaub macht es möglich

Naturschauspiel
Saharastaub über Österreich ist nicht ungewöhnlich. „Das aktuelle Ereignis ist aber relativ stark und eines der stärksten der vergangenen Jahre. Bei bestimmten Wetterlagen wird Saharastaub im Norden Afrikas von starken Winden aufgewirbelt und in höhere Luftschichten verfrachtet. Von dort aus kann er mit der entsprechenden großräumigen Luftströmung über weite Strecken verfrachtet werden“, informierte die ZAMG. Außergewöhnlich war jedoch in der vergangenen Woche die große Menge an Sand, die sich in Lech Zürs insbesondere an den Nordhängen abgelagert hatte.

Spuren im Schnee
Der Saharastaub hinterließ auch auf dem Schnee seine Spuren. Für die Skifahrerinnen und Skifahrer war dies ein ungewöhnliches Erlebnis. Das Naturschauspiel war für viele faszinierend: Manche fühlten sich, als würden sie auf dem Mond oder in der Wüste Ski fahren, für andere sah der Schnee wie Eiweiß-Baiser aus. Auf jeden Fall ist dieses Wetterphänomen in dieser Stärke nur sehr selten zu sehen. Besonders eindrücklich sind auch die Fotos, die Lech-Zürs-Tourismus auf Facebook gepostet hatte.

Erstaunlicher Kontrast
Die Pressesprecherin von Lech Zürs, Victoria Schneider, berichtete: „Ich bin hier aufgewachsen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Auch meine Eltern können sich nicht erinnern, etwas Ähnliches erlebt zu haben.“ Die Stimmung sei seltsam gewesen, aber auch sehr schön. Dabei waren die Sandmengen so groß, dass es auch tagsüber relativ diesig geblieben ist. „Ich habe mein Auto am Vortag gewaschen, am nächsten Tag war es wieder komplett mit Staub bedeckt“, erzählt Schneider. Um ihre Skier mussten sich die Wintersportler übrigens keine Sorgen machen, der Sand bedeckte die präparierten Pisten selbst nicht. „Die geräumten Pisten blieben strahlend weiß, daneben war alles mit dem rötlich-braunen Sand bedeckt“, sagt Schneider. Daraus ergab sich ein erstaunlicher Kontrast.